Hörndl der Hörndlwand ©my Chiemgau

Die imposante Hörndlwand

von Carola
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Die eindrucksvollen Felsen der Hörndlwand sind schon von Weitem zu sehen und lassen schnell erahnen, woher der Name stammt. Die Hörndlwand und der benachbarte Gurnwandkopf bilden die beiden Haupterhebungen des Hochkienberges, einer wilden und schroffen Felsformation. Senkrecht abstürzende Felswände, sanfte Almlandschaften, prachtvolle Blumenwiesen und herrliche Fernsichten machen diese Tour zu einer der abwechslungsreichsten in den Chiemgauer Alpen.

 

Toureninfo

Beste Zeit: Ende Mai bis Oktober
Gipfel: Hörndlwand (1.684m) und Gurnwandkopf (1.691m)
Start/Ende: Parkplatz Seehaus bei Ruhpolding
Route: Über den Nordsteig zur Hochebene des Hochkienbergs. Von dort aus zum Gipfel des Gurnwandkopfes, dann zu den Gipfeln der Hörndlwand. Abstiegsroute über das Ostertal, die wieder in den Aufstiegsweg mündet
Schwierigkeit: Alpines Gelände – auf dem felsigen Nordsteig ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit Voraussetzung
Dauer: ca. 5 Stunden
Einkehrmöglichkeit: Brander Alm
Wanderkarte: Alpenvereinskarte Bayerische Alpen BY18 Chiemgauer Alpen Mitte

 

Idyllisches Almgebiet mit Mutterkuhhaltung

Die Bergtour beginnt am Seehaus in der Nähe des Förchensees bei Ruhpolding. Vom Parkplatz aus geht der Forstweg ein kurzes Stück nach Nordwesten. An der Gabelung zweigt der Weg nordwärts nach rechts. Nach einem kurzen Stück auf der Forststraße geht es nach links Richtung Westen auf einen steinigen Wanderweg, der durch Wald und Wiesenlandschaft führt und später wieder auf den Forstweg trifft, wo ich nach rechts zweige. Auf einem baumlosen Abschnitt hat man für einige Augenblicke das felsige „Hörndl“ direkt über sich und wenig später ist das idyllische Gebiet der Brander Alm erreicht. Auf deren Weideflächen säugen friedliche Mutterkühe ihre Kälbchen – ein seltener und erfreulicher Anblick.

Muttertierhaltung Brander Alm Hörndlwand ©my Chiemgau

Es ist noch früh am Morgen und auf der Alm ist es ruhig. Auf dem Rückweg werde ich mir hier eine Pause mit leckerem Kaiserschmarrn und gutem Bier gönnen. Die Brander Alm ist das ideale Ziel für diejenigen, die nur eine kleine Wanderung unternehmen möchten, und für die der Aufstieg zur Hörndlwand zu mühsam ist. Noch vor der Brander Alm, nahe der Diensthütte, führt der Weg nach links Richtung Westen. Ich gehe jetzt unterhalb der Almwiesen am Wald entlang und werde von oben neugierig beäugt.

Wanderung Hörndlwand Kuh ©my Chiemgau

Am Ende ist doch das Gras interessanter als ich. Ich genieße es, dass die Wolken die Sonne etwas verdecken und es dadurch nicht so heiß ist. Doch auch für sonnige Tage ist diese Tour geeignet, da der Aufstiegsweg durch kühle Wälder und die schattige Nordseite führt. Der Abstieg soll über das Ostertal erfolgen. Weiter oben im Wald teilt sich der Weg. An dieser Stelle vereint sich später meine Abstiegsroute mit meinem Aufstiegsweg. Ich halte mich weiterhin westwärts und wähle den rechten Weg Nr. 46 Richtung Hörndlwand/Röthelmoos. Je höher ich steige, desto mehr lichtet sich der Wald. Die Bäume werden weniger, die Vegetation üppiger und die Felsen dominieren. Schräg über mir ragt der markante Felszapfen in die Höhe, der schon von weiter unten zu sehen war. Die Sonne kommt nun ein wenig hinter den Wolken hervor und die zaghaften Strahlen lassen den Fels sanft leuchten.

Bergtour zur Hörndlwand ©my Chiemgau

 

Auf der anderen Seite taucht die mit Schwersteinen bedeckte Hörndlalm auf. Vor dieser zweige ich auf den Jägersteig nach links Richtung Südwesten. Zu beiden Seiten des rot-weiß-rot markierten Pfades begleiten mich üppig blühende Sterndolden und Wiesen-Knautien.

Sterndolden auf dem Weg zur Hörndlwand ©my Chiemgau

Der feste Weg wird allmählich zum steinigen Steig, der steil aufwärts führt. Ich bestaune die bizarren Felsformationen, die sich vor mir auftun, und freue mich über die Aussicht auf die umliegenden Berge. Der Gipfelbereich des Hochgern wird in diesem Augenblick von der Sonne angestrahlt – eine wundervolle Entlohnung für meine Mühen.

Hochgernblick von der Hörndlwand ©my Chiemgau

Der Weg ist anspruchsvoll und an manchen Stellen muss man die Hände zu Hilfe nehmen. Deshalb sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unabdingbar. Der Steig mündet in die teils mit Latschen bewachsene Hochfläche des Hochkienbergs. Dort eröffnen sich dem Wanderer spektakuläre Aussichten auf farbenprächtige Blütenteppiche vor dem faszinierendem Bergpanorama von Dürrnbachhorn, Steinplatte und Loferer Steinberge.

Hörndlwand mit Blick auf Loferer Steinberge ©my Chiemgau

Ich entscheide mich dazu, beide Gipfel zu besteigen und zweige zuerst auf den rechten Weg nach Westen. Als schmaler Wiesenpfad führt er durch die zauberhafte Landschaft direkt zum Gipfel des Gurnwandkopfes. Durch die umherziehenden Wolkenfelder bietet sich mir eine beeindruckende Aussicht nach Südwesten auf den Zahmen Kaiser.

Wanderung Gurnwandkopf Kaisergebirge ©my Chiemgau

Anschliessend gehe ich denselben Weg wieder zurück und wende mich nach Osten. Dem bedeckten Himmel zum Trotz leuchten die Schmalblättrigen Weidenröschen um die Wette und bilden einen faszinierenden Kontrast zum dunklen Grün ihrer Umgebung. Durch das Latschenfeld erreiche ich das erste Gipfelkreuz der Hörndlwand.

Wanderung Hörndlwand Schmalblättriges Weidenröschen ©my Chiemgau

Die Hörndlwand hat drei Gipfel, von denen der mittlere der höchste ist. Vom ersten Gipfel aus erreicht man über schrofiges Gelände den zweiten. Der dritte Gipfel ist den Kletterern vorbehalten. Hier oben sind lohnenswerte Rastplätze mit wunderschöner Aussicht. Nach Südosten hin sind unter anderem der Watzmann und das Sonntagshorn auszumachen. Man ist hier selten alleine, da der Weg vom Ostertal für viele Wanderer verlockend ist. Der Aufstieg von Norden her ist allerdings die wagemutigere und dafür einsamere Variante.

Die Abstiegsroute über das Ostertal verläuft zuerst Richtung Süden, wendet sich dann nach Nordosten und kreuzt im Wald weiter unten den Aufstiegsweg. Auf dem Rückweg gönne ich mir meine verdiente Belohnung auf der Brander Alm.

2 Kommentare
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2 Kommentare

Sebastiaan 23. Juni 2019 - 15:21

Love the quality of your photos and way of writing: makes me longing for the Chiemgauer Alps even more (absence makes the heart go yonder).
For many years now I spend some summer weeks in Ruhpolding and again really looking forward to it. As for the Hörndlwand I like to go up from the Weitsee (Wappbachtal) – less people by Aufstieg – and descent to the Brander Alm (had my first Kaiserschmarrn experience there and it was love at first sight). From there to Seehaus or first to Unternberg.
Except for renaming the ’schwere Steige‘ to the ‚Hutzenauer Steig‘ and Sepp not bewirtschaftung the Kaitl Alm anymore nothing seems to change (und das freut mich).
Keep up the (postings of your) hiking(s)!

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Caro 24. Juni 2019 - 20:44

Thanks for your kind comment and sharing your experience with us! I see, you are setting the right priorities: Mountains and Kaiserschmarrn. You’re right – from the lakeside it’s also worth starting the tour and afterwards you can take a refreshing bath. So keep coming to lovely Chiemgau for more hiking, exploring and enjoying!

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