Bergtour-Geigelstein-Gipfelblick-©my Chiemgau

Geigelstein – der aussichtsreiche „Blumenberg“ des Chiemgaus

von Carola
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Der Geigelstein mit seiner imposanten Gipfelpyramide ist der höchste Berg der westlichen Chiemgauer Alpen und sicherlich einer der aussichtsreichsten Gipfel. Von hier aus hat man einen traumhaften Blick auf die umliegenden Berge, Zahmen und Wilden Kaiser, Mangfallgebirge und bei klarem Wetter bis in die Hohen Tauern und zum Karwendel.

Toureninfo

Beste Zeit: Ende Mai bis Oktober
Gipfel: Geigelstein (1.808m) und alternativ Breitenstein (1.661m)
Start/Ende: Parkplatz Huben (Nähe Sachrang). Der Geigelstein ist von vielen Seiten aus begehbar – die schönste und ruhigste Variante ist für mich die Route ab Huben. Von Aschau im Chiemgau kommend fährt man die Straße Richtung Sachrang und lässt den Wanderparkplatz Innerwald rechts liegen. Bei der nächsten Gelegenheit in eine kleine geteerte Straße links einbiegen und über die Brücke die Prien überqueren. Der Wanderparkplatz, direkt am Waldrand gelegen, ist gleich zu sehen
Route: Ab dem Parkplatz geht es auf Forstwegen und schmalen Wanderwegen über die Schreckalmen und Oberkaseralm zum Gipfel des Geigelsteins. Von hier aus quert man auf einem kleinen Steig nach Westen und erklimmt den Gipfel des Breitenbergs. Der Abstiegsweg führt über die Priener Hütte zurück ins Tal
Schwierigkeit: leichte Tour, die aber gute Kondition erfordert
Dauer: ca. 6 Stunden
Einkehrmöglichkeit: Priener Hütte
Wanderkarte: Alpenvereinskarte Bayerische Alpen BY17 Chiemgauer Alpen West

 

Vor gar nicht allzu langer Zeit sollte rund um den Geigelstein ein pompöser Skizirkus als bayrische Antwort auf Kitzbühel & Co. entstehen. Für das geplante Millionenprojekt war eine Skischaukel Sachrang-Schleching vorgesehen. Glücklicherweise wussten ein paar findige Köpfe diesen groben Unfug zu verhindern und erreichten, dass die bayerische Regierung stattdessen ein Naturschutzgebiet auswies.  Seit 1991 ist das Geigelsteingebiet eines der größten Naturschutzgebiete Bayerns. Und Sachrang und Schleching sind mittlerweile Bergsteigerdörfer.

 

Der Weg beginnt mit Wald und Wasser. Am Waldrand überquere ich am Wasserfall den kleinen Bachlauf und gehe den Forstweg Richtung Süden bergauf, bis dieser nach ca. einer Viertelstunde auf eine Forststraße trifft. Hier gehe ich nach links und kann glücklicherweise nach ein paar Metern links auf einen kleinen Waldweg zweigen, der mit „Geigelstein über Schreckalm“ beschildert ist. Nach ca. 5 Minuten  treffe ich wiederum auf eine Forststraße, der ich nach links Richtung Nordosten ein kurzes Stück folge. An der nächsten Weggabelung zweige ich scharf rechts auf den Waldweg Richtung Südosten, der Beschilderung „Geigelstein – Priener Hütte“ folgend. Ich bin froh, dass ich an diesem heißen Sommertag ein Stück des Wegs im schattigen Wald zurücklegen kann.

Geigelstein-Bergtour-©my Chiemgau

Der Weg wird schmäler, und über Wurzeln und Steine geht es voran, bis ich wieder auf einen Forstweg treffe. Diesen überquere ich und bleibe auf dem steinigen Waldweg. Weiter oben ist ein kleiner Bachlauf zu queren. Der Weg führt am Hang entlang weiter bergauf und trifft wieder auf einen Forstweg. Diesen überquere ich wieder und folge der Ausschilderung „Jägersteig“.

Bergtour-Geigelstein-Klee-©my Chiemgau

Der ach so schöne Jägersteig mündet nach wenigen Minuten endgültig in einen breiten Forstweg. Hier halte ich mich rechts in nördlicher Richtung und erreiche einen Wendeplatz. An diesem halte ich mich wiederum rechts und wandere an einer Sitzbank vorbei zu einer Waldlichtung. Hier zweige ich erneut nach rechts Richtung Osten und folge dem Weg, der zu einem schönen schmalen Pfad wird und über Almwiesen führt.

Wanderung-Geigelstein-©my Chiemgau

Sobald ich den Wald verlassen habe, eröffnen sich mir die ersten Ausblicke auf das Kaisergebirge. Und das ist erst der Anfang. Ich folge dem Wiesenweg, bis ich das Gebiet der Schreckalm erreiche. Hier mache ich erst einmal eine kurze Pause zum Innehalten, Staunen und Genießen.

Wandern-Chiemgau-Geigelstein-©my Chiemgau

An der Alm geht es links vorbei auf einen alten Fahrweg. An der beschilderten Abzweigung nehme ich den Weg nach links Richtung „Geigelstein über Sulzing – Oberkaser“, bis ich eine Holzhütte erreiche. Hier sehe ich schon die Wegmarkierung des Wiesenpfades. Diesem folge ich nach rechts Richtung Osten. Je höher ich steige, umso imposanter werden die Ausblicke. Die hügelige Landschaft in der Ferne mit den einzeln stehenden Bäumen mutet ein wenig an die Toskana an. Italienisches Flair inmitten der Chiemgauer Alpen.

Wandern-Geigelstein-Aussicht-©my Chiemgau

Schon bald kommt der Gipfel des Geigelsteins – der höchste Punkt der heutigen Wanderung – in Sichtweite. Als Der Weg etwas ebener wird, treffe ich auf ein lustiges und gemütliches Jungkuh-Trio, das sich im Gänsemarsch fortbewegt.

Wanderung-Geigelstein-Priener-Huette-©my Chiemgau

Auch die Tiere scheinen zu wissen, was schön ist. Zumindest sieht es so aus, als ob sie den Ausblick in vollen Zügen genießen würden.

Wanderung-Geigelstein-Kuehe-©my Chiemgau

Ich erreiche einen Wegweiser und halte mich links Richtung „Geigelstein – Rossalm“. Der Weg führt direkt zur schmucken Oberkaseralm, wo ich nach links auf den schmalen Steig gehe und den Gipfelsturm antrete.

Wanderung-Geigelstein-Alm-©my Chiemgau

Der Weg führt nordöstlich steil bergauf bis zum Sattel zwischen Roßalpenkopf und Geigelstein. Hier wende ich mich nach rechts und erreiche über einen steilen und steinigen Pfad durch Latschen hindurch den Gipfel. Dort stehen sie vor mir, in ihrer ganzen Pracht: die Bayerischen Voralpen, Zahmer und Wilder Kaiser, Loferer Steinberge, Reiter Alm, Hohe Tauern,  Zillertaler und Tuxer Alpen bis hin zum Karwendel.

Wandern-Geigelstein-Aussicht-©my Chiemgau

Es gibt verschiedene Abstiegsrouten. Die kürzeste Route ist exakt wie der Aufstiegsweg. Wer noch einkehren möchte, dem sei der Rückweg über die Priener Hütte empfohlen. Hierfür die Aufstiegsroute bis zur Oberkaseralm zurück gehen und dort nach links Richtung Priener Hütte zweigen. Von der Priener Hütte kann man zurück zur Oberkaseralm gehen und den Aufstiegsweg hinunter wandern oder der Forststraße Richtung Sachrang folgen. Hier dann auf den Weg nach rechts Richtung Schreckalm zweigen.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann den Gipfel des Breitensteins noch bezwingen und sich auf der Priener Hütte für seine Mühen belohnen. So wie ich. Für diese Variante gehe ich den schmalen, steinigen Steig südwärts Richtung Breitenberg. Dieser führt teils am Grat entlang, teils befindet er sich schon auf der Schlechinger Seite. In kleinen Serpentinen verlasse ich den steilen Gipfelbereich und der Weg wird etwas flacher und gemütlicher.

Wanderung-Geigelstein-Breitenstein-©my Chiemgau

Von hier aus habe ich einen wunderbaren Blick in östliche Richtung zur Wirtsalm. Links und rechts vom Weg gibt es Blaubeersträucher in Hülle und Fülle. Im Sommer genießt man die leckeren Beeren, im Herbst den Anblick des herrlich bunten Laubes.

Wanderung-Geigelstein-Schleching-©my Chiemgau

Schliesslich komme ich eine beschilderte Verzweigung. Der Weg westwärts führt direkt zur Priener Hütte. Ich setze jedoch den Weg südwärts fort und erreiche nach ca. 20 Minuten den latschenbewachsenen Breitenstein-Gipfel. Auf dem Anstiegsweg kehre ich zurück zur Weggabelung und nehme den Weg Richtung Priener Hütte. Ich höre schon das kühle Radler rufen…

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